Serienkritiken

Mad Men 7.4: „The Monolith”

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Im Büro der Agentur wird ein Computer aufgestellt, ein riesiger, summender Kasten, und zwar ausgerechnet dort, wo früher der Aufenthaltsraum der Kreativen war, das Sofa, auf dem Don in der letzten Folge gewartet hat. Der Raum, in dem die Leute redeten, tranken und Ideen hatten, gehört jetzt einer Maschine. Der Titel spielt auf den schwarzen Monolithen aus „2001: Odyssee im Weltraum" an, und die Folge ist voller solcher Bilder: Etwas Neues, Unbegreifliches zieht ein, und die Menschen stehen davor wie Affen.

Don ist mittendrin, und er ist ganz unten. Pete bringt die Chance auf einen neuen Kunden, die Fastfood-Kette Burger Chef. Lou macht Peggy zur Leiterin des Projekts, gibt ihr hundert Dollar mehr pro Woche und dann die Bedingung: Don muss in ihrem Team sein. Peggy, seine ehemalige Sekretärin, ist jetzt seine Vorgesetzte. Sie gibt ihm und einem jungen Texter namens Mathis je fünfundzwanzig Slogans auf. Mathis nimmt das gelassen. Don nicht. Er spielt Solitaire, liest „Portnoys Beschwerden", hängt einen Wimpel der Mets auf und schreibt nichts.

Stattdessen redet er mit Lloyd, dem Techniker, der den Computer installiert. Die beiden sprechen über Maschinen, über Menschen, über Gott. Don hat sogar eine Idee: Lloyds Firma könnte ein Kunde werden. Er geht damit zu Bert, und Bert lässt ihn abblitzen. Don hat keine Stimme mehr. Also stiehlt er aus Rogers Büro eine Flasche Wodka und trinkt, was ihm verboten ist.

Was dann kommt, ist peinlich und traurig. Betrunken ruft Don Freddy Rumsen an und will mit ihm zu einem Baseballspiel. Freddy kommt ins Büro, um ihn rauszuholen, und auf dem Weg nach draußen fällt Don Lloyd an. Er wirft ihm vor, er habe viele Namen, er wisse, wer Lloyd wirklich sei. Natürlich redet Don über sich selbst. Der Mann mit dem falschen Namen erkennt in jedem anderen einen Betrüger.

Am nächsten Morgen kommt die beste Szene der Folge. Freddy, der Mann, der sich in Staffel 1 in die Hose gemacht hat und rausgeworfen wurde, der trocken geworden ist und heute Dons Strohmann spielt, hält Don eine Predigt. Ob er seine zweite Chance einfach wegwerfen wolle. Don jammert, man behandle ihn wie einen Anfänger. Freddy sagt: Dann mach die Arbeit. Und Don macht sie. In der letzten Szene sitzt er an seiner Schreibmaschine und tippt, und er sagt Peggy, sie bekomme ihre Slogans bis zum Mittag. Ein winziger, ganz unspektakulärer Sieg, und gerade deswegen schön.

Rogers Geschichte ist das Gegenstück. Seine Tochter Margaret ist in eine Kommune auf dem Land gezogen, hat ihren Mann und ihren kleinen Sohn verlassen und nennt sich jetzt Marigold. Roger und Mona fahren hin. Margaret sagt ihrer Mutter, sie wolle nicht wie sie werden, eine unglückliche Frau, die heimlich trinkt. Mona fährt verletzt nach Hause. Roger bleibt über Nacht, liegt im Heu, raucht und genießt es fast. Dann merkt er, dass Margaret nachts mit einem anderen Mann verschwindet. Am Morgen versucht er, sie mit Gewalt mitzunehmen, und beide stürzen in den Schlamm. Margaret sagt ihm, ihr Sohn werde es überleben, ohne Mutter aufzuwachsen. Sie habe es ja auch überlebt, ohne Vater. Roger steht da, voller Dreck, und hat nichts zu antworten. Er hat seine Tochter genau so erzogen, wie er selbst gelebt hat, und jetzt bekommt er die Rechnung.

Meine Einschätzung: Eine gute, etwas dünne Folge, die von zwei starken Szenen lebt: Freddys „Mach die Arbeit" und Roger im Schlamm mit seiner Tochter. Der Computer als Bild für das Ende einer Epoche ist schön gesetzt, aber auch etwas zu deutlich. Dons Absturz mit Lloyd ist hart anzusehen, und das soll er auch sein.

Wertung (Claude): 8/10