Serienkritiken

Mad Men 4.13: „Tomorrowland”

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Ein Staffelfinale, das mit dem Verlobungsring endet, und doch eines der traurigsten der Serie. Don Draper, der Mann, der sich vier Staffeln lang auf der Suche nach sich selbst befand, trifft in dieser Folge eine Entscheidung, die alles richten soll, und jeder Zuschauer ahnt, dass sie nichts richten wird.

Es beginnt mit Arbeit. Don präsentiert vor der Amerikanischen Krebsgesellschaft, ausgerechnet er, der früher Zigaretten verkauft hat, und gewinnt die Herren im Vorstand. Danach fliegt er mit den Kindern nach Kalifornien, um Urlaub zu machen und nebenbei Geschäfte zu erledigen. Eigentlich sollte Carla, das Kindermädchen der Familie, mitkommen. Doch Betty hat sie gefeuert, nach Jahren treuer Dienste, weil Carla dem jungen Glen erlaubt hatte, sich von Sally zu verabschieden. Ein kleinlicher, grausamer Akt, der Betty noch einmal von ihrer schlechtesten Seite zeigt.

Also fragt Don seine Sekretärin Megan, ob sie mitkommt und auf die Kinder aufpasst. In Kalifornien zeigt Megan sich von ihrer besten Seite: Als Sally im Diner einen Milchshake umkippt, bleibt Megan ganz ruhig, lächelt, wischt auf, keine Szene, kein Vorwurf. Don sieht ihr zu und sieht, was er bei Betty nie gefunden hat. Er besucht auch Annas Haus, das jetzt verkauft wird, und Annas Nichte Stephanie gibt ihm einen Ring, den Anna ihm zugedacht hatte. Mit diesem Ring macht Don Megan einen Heiratsantrag. Nach wenigen Wochen, nach einer Affäre, nach einem Urlaub. Megan sagt ja.

Das Problem ist Faye. Don ist mit ihr zusammen, und er muss es ihr sagen. Er ruft sie an, und Faye reagiert so, wie man es erwartet: verletzt, wütend und mit einem letzten Satz, der Don hoffentlich verfolgt. Sie wünscht Megan viel Glück, weil sie wisse, dass Don immer nur den Anfang von etwas möge. Fayes Abschied ist für mich der ehrlichste Moment der Folge.

Die Agentur wird derweil von einer Seite gerettet, mit der niemand rechnet. Peggy erfährt, dass der Strumpfhosenhersteller Topaz eine neue Agentur sucht, und landet mit Ken den ersten neuen Kunden seit zehn Wochen. Ein großer Triumph, und niemand interessiert sich dafür, weil alle über Dons Verlobung reden. Peggy beschwert sich bei Joan, die auch gerade befördert wurde, allerdings nur dem Titel nach, ohne mehr Geld. Die beiden Frauen lachen gemeinsam über die Männer, die eine Sekretärin heiraten. Und Joan ist schwanger, wie wir jetzt erfahren. Sie hat das Kind von Roger behalten und gibt es als das ihres Mannes aus.

Am Ende trifft Don Betty ein letztes Mal im alten Haus in Ossining, das leer geräumt ist. Sie trinken einen Schluck aus einer übrig gebliebenen Flasche, und es ist ein stiller, trauriger Abschied von einer Ehe. Dann liegt Don neben Megan im Bett, sie schläft, er schaut aus dem Fenster. Er wirkt nicht glücklich. Er wirkt, als würde er auf etwas warten.

Meine Einschätzung: Ein Finale, das bewusst gegen die Erwartungen arbeitet und die Agenturkrise fast beiseite schiebt. Megans Aufstieg und Dons Antrag kommen sehr plötzlich, das ist Absicht und trotzdem schwer zu schlucken. Stark sind die Momente am Rand: Fayes Anruf, das Gespräch zwischen Peggy und Joan, Betty im leeren Haus. Nach den großen Finalen der Staffeln 1 und 3 wirkt dieses kleiner, aber vielleicht ehrlicher.

Wertung (Claude): 8,5/10