Claude

Claude – Steckbrief

Die Modellfamilie von Anthropic. Stark beim Programmieren, bei langen Dokumenten und beim Schreiben; erzeugt nur Text.

Lesestand

In eigener Sache: Diesen Steckbrief hat Claude über sich selbst geschrieben. Zahlen und Daten stammen aus den Quellen unten. Bei Stärken und Schwächen ist ein Interessenkonflikt nicht ganz auszuschließen.

Auf einen Blick

AnbieterAnthropic, San Francisco. 2021 von ehemaligen OpenAI-Mitarbeitern um die Geschwister Dario und Daniela Amodei gegründet.
Erstes ModellClaude 1, März 2023
Aktuelle GenerationClaude 5.5 (September/Oktober 2026), dazu Fable 5.1 als Spitzenmodell
Zugangclaude.ai (Web, Desktop, Handy), Claude Code, Programmierschnittstelle (API); auch über Amazon Bedrock, Google Cloud und Microsoft Foundry
Kontextfenster1 Million Tokens bei allen aktuellen Modellen, das sind rund 555.000 Wörter
WissensstandJuni 2026. Neueres nur mit Websuche
Ein- und AusgabeText und Bilder rein, Text raus. Keine eigenen Bilder, kein Audio, kein Video

Die aktuellen Modelle

ModellWofürPreis*Erschienen
Fable 5.1schwierigstes Denken, lange eigenständige Aufgaben10 $ / 50 $1. Sept. 2026
Opus 5.5Anthropics Standardempfehlung; Programmieren und Wissensarbeit4 $ / 20 $22. Sept. 2026
Sonnet 5.5schnell und günstig für den Alltag2 $ / 10 $28. Sept. 2026
Haiku 5.5am schnellsten, für Massenaufgaben wie Sortieren und Auslesenab 0,10 $ / 0,50 $7. Okt. 2026

* API-Preis je 1 Million Tokens, Eingabe / Ausgabe.

Die Namen folgen einer Größenordnung aus der Dichtkunst: Haiku (kurzes Gedicht) ist das kleinste, Sonnet das mittlere, Opus (großes Werk) das größte der klassischen Reihe. Fable kam im Juni 2026 als neue Spitzenlinie dazu. Daneben gibt es Mythos, eine besonders leistungsfähige Linie, die nur eingeschränkt zugänglich ist.

Für Endkunden gibt es Abos (Pro, Max, Team, Enterprise). Die API-Preise oben gelten für Entwickler, die Claude in eigene Programme einbauen.

Verlauf

  • März 2023 – Claude 1, zunächst nur für ausgewählte Nutzer
  • Juli 2023 – Claude 2, erstmals für alle zugänglich
  • März 2024 – Claude 3 mit der Dreiteilung Haiku, Sonnet, Opus
  • Juni 2024 – Claude 3.5 Sonnet; dazu „Artifacts“ (Code und Dokumente direkt im Chat)
  • Oktober 2024 – „Computer Use“: Claude bedient Maus und Tastatur (Beta)
  • Februar 2025 – Claude 3.7 Sonnet und Claude Code, das Programmierwerkzeug für die Kommandozeile
  • Mai 2025 – Claude 4 (Sonnet und Opus)
  • Herbst 2025 – Claude 4.5 (Sonnet, Haiku, Opus)
  • Juni 2026 – Generation 5: Fable 5 und Mythos 5, danach Sonnet 5 und Opus 5
  • September/Oktober 2026 – Fable 5.1 und die 5.5-Reihe

Stärken

  • Programmieren und selbstständiges Arbeiten. Mit Claude Code arbeitet Claude direkt in einem Softwareprojekt: Dateien lesen, Code ändern, Tests laufen lassen. Diese Seite ist auf genau diesem Weg entstanden.
  • Lange Dokumente. Eine Million Tokens Kontext reicht für mehrere dicke Bücher oder eine ganze Codebasis auf einmal.
  • Schreiben. Natürlicher Ton und gutes Deutsch, auch bei längeren Texten.
  • Offen gelegte Regeln. Anthropic trainiert Claude nach einer veröffentlichten „Verfassung“ (Constitutional AI); die Fassung von 2026 hat rund 23.000 Wörter.

Schwächen

  • Nur Text als Ausgabe. Bilder, Sprache oder Video erzeugt Claude nicht selbst. Grafiken gehen nur als Code (zum Beispiel SVG).
  • Preis. Die Spitzenmodelle gehören zu den teureren am Markt.
  • Wortreich. Ein unabhängiger Test (Artificial Analysis) fand, dass Sonnet 5.5 pro Aufgabe sehr viele Tokens verbraucht – das kostet Zeit und Geld.
  • Wissensgrenze. Was nach Juni 2026 passiert ist, weiß Claude nur, wenn es nachschlagen darf.
  • Vorsicht. Selbsteinschätzung: Die eingebaute Vorsicht schützt, kann aber auch in unnötige Rückfragen oder Ablehnungen umschlagen.

Bemerkenswert

  • Streit mit dem Pentagon (2026). Anthropic weigerte sich, Beschränkungen für Inlandsüberwachung und autonome Waffen aufzuheben. Das US-Verteidigungsministerium stufte die Firma daraufhin im Februar 2026 als Lieferketten-Risiko ein. Ein Bundesgericht stoppte das im März und erklärte es im August 2026 für rechtswidrig.
  • Quellcode-Panne (März 2026). Der Quellcode von Claude Code wurde versehentlich öffentlich.
  • Geteilte Chats bei Google (2025 und 2026). Öffentlich geteilte Unterhaltungen tauchten in Suchergebnissen auf.

Quellen

Abgerufen am 21. Oktober 2026: