Testmanagement & ISTQB-Begriffe
Teststufen, Testarten, Kennzahlen, Risiko, Planung. Kennzahlen per Programm geprüft.
- Teststufen ★☆☆ Teststufen ✓ gelöst
Vier Teststufen nach ISTQB sollen in die übliche Reihenfolge gebracht werden.
Welche Reihenfolge ist richtig?
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Richtig: Komponententest → Integrationstest → Systemtest → Abnahmetest
Von klein nach groß: einzelne Bausteine, ihr Zusammenspiel, das Gesamtsystem, schließlich die Abnahme durch Fachbereich oder Kunden. In agilen Teams laufen die Stufen oft parallel, die Unterscheidung hilft trotzdem bei der Frage „Was prüfen wir wo?“.
- Verifikation und Validierung ★★☆ Grundbegriffe ✓ gelöst
Zwei Fragen: „Bauen wir das Produkt richtig?“ und „Bauen wir das richtige Produkt?“
Welche Frage gehört zur Validierung?
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Richtig: „Bauen wir das richtige Produkt?“ – erfüllt es den tatsächlichen Bedarf der Nutzer
Verifikation prüft gegen die Spezifikation, Validierung gegen den echten Bedarf. Ein Produkt kann perfekt verifiziert und trotzdem nutzlos sein, wenn die Spezifikation am Bedarf vorbeigeht.
- Fehlerkosten ★☆☆ Wirtschaftlichkeit · Shift-Left ✓ gelöst
Ein und derselbe Fehler kann in der Anforderung, im Code, im Systemtest oder erst in Produktion entdeckt werden.
Wo ist er am günstigsten zu beheben?
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Richtig: In der Anforderung, bevor eine Zeile Code geschrieben ist
Je später ein Fehler gefunden wird, desto mehr hängt schon daran: Code, Tests, Dokumentation, im schlimmsten Fall Kunden. Deshalb lohnen sich Reviews von Anforderungen und frühe Tests („Shift Left“) so sehr.
- Fehlerdichte ★☆☆ Kennzahlen ✓ gelöst
In einem Modul mit 15.000 Codezeilen (15 KLOC) wurden 30 Fehler gefunden.
Wie hoch ist die Fehlerdichte?
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Richtig: 2 Fehler pro 1.000 Zeilen
30 / 15 = 2. Die Kennzahl hilft beim Vergleich von Modulen: Ein Modul mit auffällig hoher Dichte ist ein Kandidat für mehr Tests oder eine Überarbeitung. Allein bewertet sagt sie wenig, denn wer nicht testet, findet auch keine Fehler.
- Fehlerfindungsrate ★★☆ Kennzahlen ✓ gelöst
Vor dem Release wurden im Test 90 Fehler gefunden. In den ersten drei Monaten Produktion meldeten Kunden weitere 10.
Wie hoch ist die Fehlerfindungsrate (Defect Detection Percentage)?
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Richtig: 90 %
90 / (90 + 10) = 90 %. Die Kennzahl misst, wie wirksam der Test war. Wichtig ist, sie über mehrere Releases zu verfolgen: Ein Absinken deutet darauf hin, dass sich der Test nicht mit dem Produkt weiterentwickelt hat.
- Fehlernachtest und Regressionstest ★☆☆ Testarten ✓ gelöst
Ein Fehler wurde behoben. Jetzt wird getestet.
Was ist der Unterschied zwischen Fehlernachtest und Regressionstest?
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Richtig: Der Fehlernachtest prüft, ob dieser Fehler behoben ist; der Regressionstest, ob die Änderung anderswo etwas kaputt gemacht hat
Beides gehört nach jeder Korrektur dazu. Gerade schnell gemachte Korrekturen verursachen gern Folgefehler an anderer Stelle. Den Fehlernachtest übernimmt man idealerweise gleich als neuen automatisierten Regressionstest.
- 100 % Überdeckung ★★☆ Testgrundsätze · Überdeckung ✓ gelöst
Die Unit-Tests eines Moduls erreichen 100 % Anweisungsüberdeckung.
Was folgt daraus?
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Richtig: Jede Anweisung wurde mindestens einmal ausgeführt; das Modul kann trotzdem Fehler enthalten
Überdeckung zeigt, was ausgeführt wurde, nicht, ob das Ergebnis geprüft wurde. Tests ganz ohne Assertions können 100 % erreichen. Fehlende Funktionen (die gar nicht im Code stehen) findet Überdeckung nie.
- Ein- und Ausgangskriterien ★★☆ Testplanung ✓ gelöst
Im Testkonzept stehen Eingangs- und Ausgangskriterien für den Systemtest.
Was ist ein typisches Ausgangskriterium?
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Richtig: Keine offenen Fehler der höchsten Schwere und alle Tests mit hohem Risiko durchgeführt
Eingangskriterien sagen, wann man sinnvoll mit Testen beginnen kann (Umgebung steht, Build läuft). Ausgangskriterien sagen, wann man aufhören darf. Ohne sie endet der Test meist dann, wenn die Zeit vorbei ist.
- Statischer Test ★☆☆ Statischer Test · Reviews ✓ gelöst
Ein Team prüft eine Spezifikation in einem Review und findet dabei 12 Unklarheiten.
Was ist ein Review im Sinne des Testens?
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Richtig: Ein statischer Test: Arbeitsergebnisse werden geprüft, ohne Software auszuführen
Statische Tests (Reviews, statische Codeanalyse) finden Fehler, bevor es lauffähige Software gibt, und damit sehr günstig. Unklare Anforderungen zählen ausdrücklich als Fehler.
- Pestizid-Paradoxon ★★☆ Testgrundsätze ✓ gelöst
Eine Regressionssuite läuft seit drei Jahren unverändert. Sie findet seit Monaten keine Fehler mehr, Kunden melden aber regelmäßig neue.
Welcher Grundsatz des Testens beschreibt das?
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Richtig: Pestizid-Paradoxon: Immer gleiche Tests verlieren mit der Zeit ihre Wirkung
Wie Schädlinge gegen dasselbe Gift unempfindlich werden, finden dieselben Tests keine neuen Fehler. Tests müssen regelmäßig überarbeitet und um neue Fälle ergänzt werden, etwa aus Kundenmeldungen.
- Fehlhandlung, Fehlerzustand, Fehlwirkung ★★★ Grundbegriffe ✓ gelöst
Ein Entwickler vertippt sich und schreibt > statt >=. Im Betrieb wird ein 18-jähriger Kunde abgelehnt.
Wie heißen die drei Teile nach ISTQB in der richtigen Reihenfolge?
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Richtig: Fehlhandlung (Vertippen) → Fehlerzustand (> im Code) → Fehlwirkung (Ablehnung im Betrieb)
Menschen machen Fehlhandlungen (error), die führen zu Fehlerzuständen im Produkt (defect, bug), und die können im Betrieb Fehlwirkungen (failure) auslösen. Nicht jeder Fehlerzustand wird sichtbar; tritt die Bedingung nie auf, schlummert er unbemerkt.
- Risiko priorisieren ★★☆ Risikobasiertes Testen ✓ gelöst
Risiko = Eintrittswahrscheinlichkeit × Schadenshöhe (je 1–5): Zahlung: Wahrscheinlichkeit 4, Schaden 5 Newsletter-Anmeldung: Wahrscheinlichkeit 3, Schaden 1 Produktsuche: Wahrscheinlichkeit 3, Schaden 3 Impressum: Wahrscheinlichkeit 1, Schaden 2
Welcher Bereich sollte zuerst und am gründlichsten getestet werden?
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Richtig: Zahlung
Zahlung: 4 × 5 = 20. Produktsuche 9, Newsletter 3, Impressum 2. Risikobasiertes Testen verteilt die knappe Testzeit nach diesem Produkt, statt alles gleich intensiv zu prüfen.
- Smoke-Test ★☆☆ Testarten ✓ gelöst
Nach jedem Deployment läuft ein kurzer Test von 5 Minuten, bevor die eigentlichen Tests starten.
Was prüft ein Smoke-Test?
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Richtig: Ob die wichtigsten Grundfunktionen überhaupt laufen, sodass weiteres Testen sinnvoll ist
Der Name kommt aus der Elektronik: einschalten und schauen, ob es raucht. Startet die Anwendung, klappt die Anmeldung, lädt die Hauptseite? Wenn nicht, spart man sich den stundenlangen Gesamttest.
- Inhalt eines Testkonzepts ★★☆ Testplanung ✓ gelöst
Ein Testkonzept (Testplan) für ein neues Release wird geschrieben.
Was gehört typischerweise nicht hinein?
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Richtig: Der Quellcode der zu testenden Anwendung
Ein Testkonzept beschreibt das Was, Wie, Wer und Wann des Testens. Es soll Entscheidungen festhalten und abstimmbar machen. Ein gutes Konzept ist kurz und wird gelesen, ein schlechtes ist lang und liegt in der Schublade.
- Shift Left ★★☆ Teststrategie ✓ gelöst
Ein Team möchte „nach links verschieben“ (Shift Left).
Was ist damit gemeint?
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Richtig: Testaktivitäten früher im Ablauf beginnen, z. B. Anforderungen prüfen und Tests vor dem Code entwerfen
Auf einer Zeitachse von links (Idee) nach rechts (Betrieb) wandert das Testen nach vorn. Tester sind bei der Formulierung der Anforderungen dabei, Akzeptanzkriterien entstehen vor dem Code. Das Gegenstück „Shift Right“ meint Beobachten und Testen im Betrieb.
- Aussagekräftiger Statusbericht ★★★ Berichtswesen · Kennzahlen ✓ gelöst
Ein Statusbericht meldet: „1.200 von 1.500 Testfällen ausgeführt (80 %).“
Warum reicht das als Aussage über die Qualität nicht?
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Richtig: Es sagt nichts über Ergebnisse, Risiko und offene schwere Fehler; die fehlenden 20 % könnten die wichtigsten sein
Ein guter Bericht sagt: Welche Risiken sind abgedeckt, welche nicht? Wie viele schwere Fehler sind offen? Was bedeutet das für das Release? Die Anzahl ausgeführter Testfälle misst Fleiß, nicht Qualität.
- Black-Box oder White-Box ★☆☆ Testverfahren ✓ gelöst
Verschiedene Testverfahren sollen eingeordnet werden.
Welches ist ein Black-Box-Verfahren?
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Richtig: Äquivalenzklassenbildung
Black-Box-Verfahren leiten Tests aus der Spezifikation ab, ohne den Code zu kennen: Äquivalenzklassen, Grenzwerte, Entscheidungstabellen, Zustandsübergänge. Überdeckungsverfahren brauchen den Code und sind White-Box.
- Bestandteile eines Testfalls ★☆☆ Testfallentwurf ✓ gelöst
Ein Testfall soll so geschrieben werden, dass ihn auch ein Kollege ausführen kann.
Was ist der wichtigste Bestandteil, der in schlechten Testfällen oft fehlt?
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Richtig: Das erwartete Ergebnis
Ohne erwartetes Ergebnis kann man nicht entscheiden, ob der Test bestanden ist. Dann prüft jeder nach Gefühl. Ein vollständiger Testfall hat Vorbedingungen, Schritte, Testdaten und das erwartete Ergebnis.
- Abnahmetest ★★☆ Teststufen ✓ gelöst
Kurz vor dem Go-live testen Sachbearbeiter des Kunden die neue Software mit ihren echten Arbeitsabläufen.
Welche Teststufe ist das, und was ist ihr Ziel?
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Richtig: Abnahmetest: Vertrauen gewinnen, dass das System für den Einsatz taugt
Beim Abnahmetest geht es weniger ums Fehlerfinden als um die Frage: Können wir damit arbeiten? Werden hier noch viele Fehler gefunden, ist in den Stufen davor etwas schiefgelaufen.
- Wann ist genug getestet ★★★ Testgrundsätze · Risiko ✓ gelöst
Ein Projektleiter fragt: „Wann sind wir mit dem Testen fertig?“
Welche Antwort ist fachlich richtig?
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Richtig: Wenn die vereinbarten Ausgangskriterien erfüllt sind und das verbleibende Risiko für die Beteiligten akzeptabel ist
Fehlerfreiheit lässt sich nicht beweisen, und vollständiges Testen ist unmöglich. Testen liefert Informationen über das Risiko, die Entscheidung zum Release treffen die Verantwortlichen auf dieser Grundlage. Ist das Budget erschöpft, sollte man das verbleibende Risiko ausdrücklich benennen.