Der Oktopus an der Bar der Folies-Bergère
Hinter Manets berühmter Marmortheke steht diesmal ein Oktopus – mit Samtband, Blumen am Mieder und demselben müden Blick.
Édouard Manets „Eine Bar in den Folies-Bergère“ (1882) war sein letztes großes Bild. Es hängt heute in der Courtauld Gallery in London – im selben Haus wie van Goghs Selbstbildnis mit verbundenem Ohr, in das der Oktopus ebenfalls schon geschlüpft ist.

Was übernommen ist
Fast alles: die Marmortheke mit Champagner, Likören und Bierflaschen, die Glasschale mit Orangen, die Rosen im Wasserglas, das Samtband mit dem Medaillon, die Blumen am Mieder. Hinter der Bar der große Spiegel, in dem man den Saal sieht – Logen voller Publikum, Kronleuchter, runde Lampen. Selbst die Bierflaschen mit dem roten Dreieck tauchen wieder auf.
Das Rätsel mit dem Spiegel
Manets Bild ist berühmt für einen Fehler, der keiner ist: Rechts im Spiegel sieht man die Barfrau von hinten, wie sie mit einem Herrn mit Zylinder spricht – aber die Spiegelung passt nicht zu ihr, die vorne frontal und abwesend aus dem Bild schaut. Über diese Unstimmigkeit wird seit über hundert Jahren gerätselt.
GPT-6 hat das Rätsel übernommen und eine neue Ungereimtheit hinzugefügt: Vorne steht der Oktopus, doch im Spiegel rechts ist wieder eine Frau mit blondem Haar zu sehen. Die Spiegelung zeigt offenbar noch die alte Barfrau. Was bei Manet eine Frage nach dem Blick war, wird hier zur Frage, wer eigentlich hinter der Theke steht.
Und noch etwas fehlt: Bei Manet baumeln oben links die Beine einer Trapezkünstlerin mit grünen Schuhen ins Bild. Hier nicht.
Quellen: Courtauld: A Bar at the Folies-Bergère, Wikipedia: A Bar at the Folies-Bergère, abgerufen am 22. Oktober 2026.